Nekropolis aka Shiraz No° 2

Vom diffusen Licht verfolgt landeten wir an einem Vormittag in Naqsh-e Rostam. Keine iranische Stadt, sondern eine Nekropole, nur wenige Kilometer von Persepolis entfernt. Vier in Fels gehauene Grabstätten und mehrere Felsreliefs, die Grabstätten werden achämenidischen Herrschern zugeschrieben, zumindest eines davon wurde durch eine Inschrift als Grab von Dareios I erkannt. Die Felsreliefs sind jünger, etwa 800-1200 Jahre jünger, aus der Epoche der Sassaniden. Ja ja, die Sassaniden, Shapur der I. und was er mit dem römischen Kaiser Valerian so alles getrieben hat, das ist eine ganz andere Geschichte, aber die gibt es bestimmt in vielen schlauen Büchern nachzulesen.

Ich war wieder einmal überwältigt von der Weite der Ebene. Sich vor den Felsengräbern umzudrehen und zu sehen, was die Menschen damals gesehen haben könnten. Eine weite, weite Ebene. Wir mutmaßten darüber, dass möglicherweise einmal viel mehr Wald in dieser Ebene war, denn wie außer mit Holz hätten sich damals Gerüste errichten lassen können um diese Gräber überhaupt bauen zu können. Wir fachsimpelten mit sprühender archäologischer Neugier, vielmehr als mit tatsächlichem Wissen. Und schon wieder war da diese spezielle Gänsehaut, vor so altem Kulturgut zu stehen und sich dabei seiner eigenen Vergänglichkeit so unmittelbar bewusst zu werden.

Ich wollte noch etwas ausholen und mehr zu Ka`be-ye Zartuscht, dem Turm auf einem der Bilder, schreiben – doch es kam gerade das pure Leben dazwischen. Ein Freund, von dem ich schon ewig nichts mehr gehört hatte, rief gerade an und fragte mich aus über die Erfahrungen die ich bei der Geburt meiner beiden Kinder gemacht hatte. Bei ihm steht diese Nacht eine Entscheidung an, wie sie viele werdende Eltern bezüglich der Umstände der Geburt treffen müssen. Vorallem die Frauen. Ich wünschte, ich hätte von all dem schon früher gewusst und mehr Zeit gehabt als ein halbstündiges Telefonat. Ich wünschte ich hätte meine Erfahrungen, die jeweils sehr unterschiedlich waren, beinah wie die gegensätzlichen Pole oder die jeweils anderen Enden eines Spektrums, intensiver mit Ihnen teilen können.

Noch so ein Grund warum es in meinem Blog wohl niemals allein um Bienen gehen wird. Es gibt zu viele Dinge, die mich bewegen, zu viele Fragen, die mich beschäftigen und zu viele Erfahrungen, die ich gemacht habe. Unmöglich sich auf nur einen Aspekt zu beschränken.

 

(Ja ja, dreh dich ruhig im Grabe um, Georg Friedrich Hegel!)

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