Ghosting

Selbstbeobachtet – je schlechter ich einen Film finde, desto mehr neige ich dazu ihn zu kommentieren. Wenn mich etwas wirklich berührt, weine ich, wenn ich etwas wirklich spannend finde, schweige ich und wenn ich einen Dialog oder eine Szene ganz ausgezeichnet finde, dann entwischt mir höchstens ein bewundernder Ausruf. Ansonsten halte ich meine Klappe und sehe zu.

Beim letzten Film habe ich gefühlt in einem durch geredet. Und trotzdem hatte ich fast Herzrasen vor lauter Angst in jedem Moment könnte dieses gefürchtete Ursa-Untier aus dem Unterholz brechen und den armen verängstigten Jaden Smith zerreissen.

Einmal abgesehen von der gefühlt recht unbemühten Analogie, Alien-Untier namens Ursa (jaja, lat. ursus, -i = der Bär), das die Menschen nur anhand ihrer Angst riechen kann (jaja, auch das erinnert sehr an Bären, Storl würde an dieser Stelle ein indianisches Sprichwort zitieren:

Der Adler sieht ein Blatt fallen, der Kojote kann es hören und der Bär kann es riechen.

) hatte ich permanent ein beunruhigtes Herzklopfen und fand den Film trotzdem unglaublich langweilig.

Ich dachte schon, dass ich an diesen Film (hoffentlich) nie wieder denken müsste und dann tat ich es doch. Und zwar beim Anhören dieses Vortrags über den Lebenszyklus der Varroamilbe im Bienenstock.

Varroamilben machen im Prinzip genau das, was Will Smiths Sohn im Film versucht. Und zwar für seinen Gegner, im Falle der Varroamilbe wohl für seinen Wirt die Honigbiene, unsichtbar werden. Ghosting, wird das im Film genannt (Achtung – Filmende und Ghosting Beispiel hier).

Varroamilben imitieren den Bienengeruch und bleiben so für die Bienen wie unsichtbar. Wie ausgeklügelt sie das herbekommen wird einem bewußt, wenn man sich kurz daran erinnert, dass jeder Bienenstock seinen eigenen Geruch hat und nicht nur das – die Varroamilben können sogar den spezifischen Geruch jedes Entwicklungsstadiums der Bienenbrut imitieren. (!)

Für den nächsten Filmabend kann ich also wärmstens empfehlen, Ghosts in the Hive von Ricarda Kather (National Honey Show 2013). Ohne Spezialeffekte. Ohne Jaden Smith. Aber garantiert fesselnd.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s