von ´nem andern stern

Am vergangene Wochenende hab ich einen kleinen Fehler gemacht. Ich habe angefangen Rakede zu hören. Was jetzt harmloser klingt als es ist, denn das Problem dabei – ich bekomme dieses eine Lied nicht mehr aus dem Kopf. Binge listening.

Warum gerade dieses Lied? Mal vom schönen Aufbau und der Ruhe des Gesangs abgesehen, berührt mich der Text. Trennungssituation, Schmerz und Ohnmacht auf beiden Seiten und der verzweifelte Versuch das ganze Ding doch noch irgendwie zu retten. Nichts was ich aktuell fühle, aber in all den Facetten durchaus schon erlebt habe. Und dieses zwei Welten-Ding.

Ich jagte Sternen hinterher in einer Welt die du nicht kennst. Vielleicht versteh ich auch zu wenig von der Welt durch die du rennst.

Das könnt ich direkt unterschreiben. Es gab mal eine Zeit, in der ich glaubte mich im Nachhinein bei einem Ex-Freund für den Trennungsverlauf (nicht die Trennung an sich, sondern die Art und Weise) entschuldigen zu müssen. Das hatte schon seinen Grund, aber darauf will ich jetzt gar nicht hinaus. Das Verblüffende an der ganzen Sache war etwas ganz anderes – er hatte die ganze Trennungssituation komplett anders in Erinnerung als ich. Hätten wir uns Jahre später darüber nicht unterhalten, wäre mir niemals in den Sinn gekommen, dass dieses oder jenes so oder so von ihm aufgefasst wurde. Gutes Lied also. Hoher Binge Listening Faktor halt.

Mit den Bienen war so einiges los am Wochenende. Das erste Einengen der Vereinsvölker stand an. Im Frühjahr werden bei der ersten Frühlingskontrolle die Bienenvölker angeschaut, ist eine Königin da, ist schon Brut da und genug Honig? Leere Waben werden dann hinter das Schied gehängt. Bei den Vereinsvölkern sah es bei den meisten sehr gut aus. Brut da und ordentliche Volksstärken. Am Tag darauf hab ich mir dann mein Bergvolk mal genauer angeschaut, Königin da, Honig da, aber so gut wie keine Brut. Ich denke, dass es mit der Temperatur zu tun hat, da es in 1100 m Seehöhe noch recht kalt ist. Beim Öffnen der Beute hatte es gut 15° Grad und voller Sonnenschein, aber der Rest des Tages war eher wechselhaft und windig. Zudem ist die Natur in ihrer Entwicklung später dran als in geringeren Höhen, d.h. das Pollenangebot hält sich da noch in Grenzen. Und um Brut zu füttern benötigen die Bienen Pollen. Nun – da die Königin und genug Honig da ist, mach ich mir erst Mal keine Sorgen. Mal sehen wann es mit der Bruttätigkeit wieder richtig losgeht, gefühlt sollte das ja bald.

Und Gartenarbeit stand auch an. Kollektives Komposthaufen umgraben, jäten und Beete vorbereiten. Und dabei wurden wir auch gleich noch reichlich mit im Boden befindlichem Tompinambur beschenkt. Ein Gemüse das, wie Herr O. findet, „furchtbar langweilig“ ist, weil man so lange braucht um es zu schälen. Und dass man daraus auch noch Püree machen konnte, ganz ohne Kartoffeln, schien ihm etwas unglaubwürdig. Auch wenn anschließend alles kommentarlos verputzt wurde. Furchtbar langweilig, einfach. Und furchtbar gut.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s