Pflanzen

Sativa, kleiner Bär & Honig

Ich treibe mich rum auf Feldern und in Gewächshäusern. Letztens bei Sativa in Rheinau (CH) und der Gärtnerei Hartmann in Ludesch („bei der Barbara“), im Rahmen des Arche Noah Kurses für Saatgutgärtnerei.

In Rheinau führte uns Esther Meduna von ProSpecieRara in ein paar generelle Aspekte der Saatgutvermehrung und Saatgutpolitik ein, mitsamt eines unterhaltsamen Genetikspiels, gefolgt von der Führung durch die verschiedenen Arbeitsbereiche von Sativa durch Amadeus Zschunke, vom Feld bis zur Abfüllung, wir wollten einfach alles sehen…! 🙂

Mein kleines Saatgutprojekt mit den Radieschen musste ich leider in den Wind schießen (viel zu wenige Pflanzen!), dafür beginne ich nun ein Neues mit sinnvollen Zahlen zu Gunsten der genetischen Vielfalt. Und mit einer ganz anderen Pflanze. In den Wind schießen bedeutet in diesem Sinne, dass ich die Samen nur für unseren eigenen Garten ernte und diese dann nur für den Zweck des Essens pflanze. Die Schoten sind schon richtig dick und die Bienen freuen sich mächtig über die vielen bunten Blüten.

Durch dieses Herumtreiben wieder eine ganze Menge Menschen kennengelernt und so viel aufgenommen und so viele Aha-Momente, dass ich Abends kaum mehr zu gebrauchen war. Nicht zuletzt auch wegen der Hitze.

 

Und – letztens hatte ich noch von dieser einen Pflanze geschrieben, die mir plötzlich neu untergekommen ist, der Färberwau, und schwups, ein paar Tage später hielt ich dann auch schon eine Tüte Samen in Händen. Die Zu-Fälle wollen nicht enden…(es hilft aber auch mit anderen Samengärtner darüber zu reden, für welche Pflanzen man sich interessiert, denn das Interesse ist oft ein geteiltes).

Und bevor ich vergesse es zu erwähnen – Honigernte war angesagt! Mein Bergvolk trägt derzeit fleißig Waldhonig ein, ein Teil davon war schon schleuderbar. Wie es sich für eine ordentliche Honigernte gehört, half ein interessierter kleiner Bär mit, zumindest eine Zeit lang, und seine große Schwester durfte Fotos machen. Wie man es schafft bei einer Honigernte von oben bis unten zu kleben, ist mir nach wie vor ein Rätsel, aber es scheint dazuzugehören.

 

 

 

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Färber-Wow!

Auf dem Heimweg nach einem Familienwochenende in der Schwäbischen Alb trafen wir zufällig auf den ältesten namentlich erwähnten Ort Deutschlands, die Heuneburg. Und wie der Zufall so spielt, war der Zeitpunkt genau richtig, denn ein Archäologe hatte gerade mit einer Führung losgelegt, die Dank des regnerischen Wetters eher sachte besucht war. Schade, denn der Archäologe war richtig gut drauf und gab einen ausführlichen Einblick in das Leben der keltischen FürstInnen und die Ausgrabungsarbeiten vor Ort und in ganz Mitteleuropa. Zufällig gab es anschließend dann noch eine Pferdeshow mit keltisch gekleideten Reitern, die Kinder waren begeistert! Im Freilichtmuseum Heuneburg befindet sich auch ein kleiner Garten, in dem ich dann trotz des schlechten Wetters eine Honigbiene gesehen habe, an einer imposant großen Staude, die ich bislang noch nie bewusst wahrgenommen hatte.

Es war ein Färberwau (lat. Reseda luteola, auch Gelb- oder Gilbkraut, engl. weld), der, wie mir später klar wurde, als Bienenweide nicht unbekannt ist. Er spendet mäßig Nektar und ordentlich Pollen und ist eine alte Färberpflanze. Wäre das Wetter besser gewesen, dann hätte es wahrscheinlich nur so gesummt, im keltischen Gärtchen. Die Samen gibt es bei diversen Bio-Saatgut-Anbietern online zu kaufen, bei der nächsten Wanderung in meiner Umgebung werd ich aber mal Ausschau halten, denn die Pflanze sollte bei uns eigentlich ebenso wild vorkommen.

Färberwau

Färberwau mit Honigbiene im Freilichtmuseum Heuneburg (DE)

 

Gefährliche Sache

Gefährliche Sache, das Bloggen. Vor wenigen Tagen vor lauter Entzücken noch über das Buch geschrieben und unvorsichtig erwähnt, dass es auf meiner Wunschliste landet. Heute Nachmittag mit einem Grinsen überreicht bekommen. What? Du weißt wer du bist und du weißt um die  Freude, die du mir damit bereitet hast, darum nochmal und ausdrücklich und überhaupt: Dankeschön!

leaf-to-root

Fantastisches Detail am Rande: Bei Beiträgen zu einzelnem Gemüse, wie z.B. Kohlrabi, werden die Quellen nicht nur schön genannt, sondern um ein Foto des Titelblattes des Buches erweitert. Macht nicht weniger Lust auf noch mehr lesen, wie ich finde.

[fø:n]

Dt. Föhn (meteo.) ist auf engl. foehn (meteo.). Wieder was gelernt und das surreale Föhnwetter dieser Woche nochmal zum Setzen weiterer Krokus-Zwiebeln genutzt. Diesmal Elfen-Krokusse (Crocus tomassinianus) vom Stauden Kopf. Für den Frühling ist angerichtet, meine Damen!

Schön und satt

Derzeit blühen Pfingstrosen, Holunder und Rosen in voller Pracht. Beim Spaziergang durch die Nachbarschaft duftet es paradiesisch. Seit die Bienen mich halten, taucht nach einer Zeit des Bewunderns und Schnupperns irgendwann immer der Gedanke auf „Ob da auch gut Nektar zu holen ist?“. Die Schweizer Wanderimker (VSWI) bieten ein gut strukturiertes Informationsblatt (na gut, es sind mehrere Blätter) für alle, die relativ genau wissen möchten, wie viel Nektar und Pollen in welchen Bäumen, Sträuchern und Blumen zu holen ist. Hier geht´s zum Download. Und weil ich letztens bei der Alice in der Schweiz war, kann ich noch ein kleines Geheimnis verraten – ein summendes, brummendes, lebendiges Feld mit Phacelia kann einen durchaus in eine ähnliche Entzückung versetzen, wie die relativ stumme, opulente Schönheit einer Pfingstrose.