Wildbienen

Ammophila fantastica

Dicke Schneeflocken fallen vom Himmel. Der Kontrast zur Wärme der vergangenen Tage könnte nicht größer sein. Während meine Bienen an den vergangenen Tagen Pollen im Gelb verschiedener Nuancen eintrugen, habe ich das Futter kontrolliert und für´s Erste für ausreichend befunden. Wenn die Bienen Pollen eintragen, ist das ein Anzeichen dafür, dass die Königin bereits wieder Eier (auf Imkerisch: Stifte) legt, ein bisschen überrascht war ich dann aber doch, bereits verdeckelte Brut vorzufinden. Die Zeit vergeht so schnell…

Die vergangen Wochen habe ich, was Bienen, Menschen und das Leben als solches anbelangt, so viel und intensiv erlebt, dass ich immer noch dabei bin das Erlebte zu sortieren. Da war zum einen der Besuch des Seminars Wege zu einer wesensgemäßen Bienenhaltung in der Versuchsimkerei Fischermühle von Mellifera e.V., zum anderen die Frühlingsbegegnungen mit meinen Bienen, das erste gemeinsame Sonnenbaden und auch der erste Stich, der diesmal von Herrn P. mehr oder weniger dankend entgegen genommen wurde.

Gestern Abend fand ein interessanter Vortrag zum Thema Wildbienen in Feldkirch statt (siehe die Bienentermine vom letzten Eintrag). Der Vortragende war Herr Timo Kopf und er hatte so einiges über die beeindruckende Vielfalt an Wildbienenarten zu erzählen. Ich war ergriffen von der spektakulären Schönheit so vieler Wespenarten und die Vermutung, dass die Nisttöpfchen auf unserem offenen Dachboden wohl von einer Wildbienenart stammen, hat sich wieder einmal erhärtet (die große Frage ist eher von welcher, mein innerer Sherlock Holmes tippt auf die Indische Mörtelgrabwespe).

Ein bisschen überwältigt war ich von der Sandwespe, die für Ihre Brut ein Nest im Sand anlegt, sich dann Schmetterlingsraupen besorgt, diese im Nest ablegt (gelähmt durch einen Stich) und darauf ein einziges Ei legt. Und jetzt kommt´s – das Nest mit dem Ei und der Raupe wird wieder mit Sand oder Steinen verschlossen und – die Sandwespe klopft mit einem Stein den Sand fest. Sie verwendet ein Werkzeug (!). Dann hörten wir noch von Wildbienen, die so sehr auf eine Art von Pollen spezialisiert sind, dass sie keinen anderen sammeln und verwerten können. Von Pflanzen, die sich chemisch so auf bestimmte Wildbienen spezialisiert haben, dass sie Imitate der Sexualpheromone der bestimmten Weibchen produzieren, mit dem Ziel, dass sich ein Männchen dieser Wildbienenart zur Scheinejakulation auf der Blüte einfindet und so die Bestäubung erledigt.

Eine fantastische und spektakuläre Welt, die sich einem eröffnet, und das direkt vor der eigenen Nase. Apropos Eintauchen in die wunderbare Welt der Wildbienen: Am 24.04.2016 veranstaltet die Stadt Feldkirch einen Wildbienenspaziergang mit Herrn Kopf in Bangs, weitere Infos gibt es hier.

Und das ist noch nicht alles, es gibt neue Links im Blogroll: Einmal die Wildbienen-Informations-Webseite von Herrn Paul Westrich, wo sich unter anderem wunderbare Anleitungen zum Bau von Nisthilfen für Wildbienen finden (siehe z.B. hier), sowie die Forschungsdatenbank über Natur in Vorarlberg von inatura Dornbirn, wo es auch einiges an Forschung von Herrn Kopf nachzulesen gibt.