Bienenweide

Färber-Wow!

Auf dem Heimweg nach einem Familienwochenende in der Schwäbischen Alb trafen wir zufällig auf den ältesten namentlich erwähnten Ort Deutschlands, die Heuneburg. Und wie der Zufall so spielt, war der Zeitpunkt genau richtig, denn ein Archäologe hatte gerade mit einer Führung losgelegt, die Dank des regnerischen Wetters eher sachte besucht war. Schade, denn der Archäologe war richtig gut drauf und gab einen ausführlichen Einblick in das Leben der keltischen FürstInnen und die Ausgrabungsarbeiten vor Ort und in ganz Mitteleuropa. Zufällig gab es anschließend dann noch eine Pferdeshow mit keltisch gekleideten Reitern, die Kinder waren begeistert! Im Freilichtmuseum Heuneburg befindet sich auch ein kleiner Garten, in dem ich dann trotz des schlechten Wetters eine Honigbiene gesehen habe, an einer imposant großen Staude, die ich bislang noch nie bewusst wahrgenommen hatte.

Es war ein Färberwau (lat. Reseda luteola, auch Gelb- oder Gilbkraut, engl. weld), der, wie mir später klar wurde, als Bienenweide nicht unbekannt ist. Er spendet mäßig Nektar und ordentlich Pollen und ist eine alte Färberpflanze. Wäre das Wetter besser gewesen, dann hätte es wahrscheinlich nur so gesummt, im keltischen Gärtchen. Die Samen gibt es bei diversen Bio-Saatgut-Anbietern online zu kaufen, bei der nächsten Wanderung in meiner Umgebung werd ich aber mal Ausschau halten, denn die Pflanze sollte bei uns eigentlich ebenso wild vorkommen.

Färberwau

Färberwau mit Honigbiene im Freilichtmuseum Heuneburg (DE)

 

Schön und satt

Derzeit blühen Pfingstrosen, Holunder und Rosen in voller Pracht. Beim Spaziergang durch die Nachbarschaft duftet es paradiesisch. Seit die Bienen mich halten, taucht nach einer Zeit des Bewunderns und Schnupperns irgendwann immer der Gedanke auf „Ob da auch gut Nektar zu holen ist?“. Die Schweizer Wanderimker (VSWI) bieten ein gut strukturiertes Informationsblatt (na gut, es sind mehrere Blätter) für alle, die relativ genau wissen möchten, wie viel Nektar und Pollen in welchen Bäumen, Sträuchern und Blumen zu holen ist. Hier geht´s zum Download. Und weil ich letztens bei der Alice in der Schweiz war, kann ich noch ein kleines Geheimnis verraten – ein summendes, brummendes, lebendiges Feld mit Phacelia kann einen durchaus in eine ähnliche Entzückung versetzen, wie die relativ stumme, opulente Schönheit einer Pfingstrose.